
Die Mehlinger Heide
Sonntagmorgen 04:30 Uhr und das Klingeln des Weckers reißt mich aus dem Schlaf. Hallo, es ist Sonntag! Was tue ich mir da an? Als Morgenmuffel weiß ich genau, wie schwer mir das fällt und welche Opfer ich für mein Hobby bringen muss. Aber die Aussicht, nach langer Zeit mal wieder mit Alex, meinem Fotobuddy, unterwegs zu sein, hilft über die Müdigkeit hinweg. Unser Ziel heute ist die Mehlinger Heide, Süddeutschlands größte Heidefläche in der Nähe von Enkenbach-Alsenborn. Kurz nach 5 Uhr steigt Alex gähnend ins Auto ein und ohne große Worte fahren wir los. Erst langsam werden wir so richtig wach, und er erzählt mir von seinen früheren Besuchen der Heide und was er bereits erkundet hat. Ich selbst kenne die Mehlinger Heide lediglich von Kalenderfotos und Erzählungen über den Reiz der Landschaft.
War nicht immer ein Naturschutzgebiet
Die Fläche wurde noch vor dem Ersten Weltkrieg gerodet und diente bis zur Rückgabe Anfang der 90er-Jahre als Truppenübungsplatz – zuerst für deutsche und nach dem Zweiten Weltkrieg für französische und amerikanische Truppen. Nach dem Abzug und der Rückgabe der Flächen wurde man auf die besondere Pflanzen- und Tierwelt aufmerksam und beschloss, ein Naturschutzgebiet zu deren Schutz einzurichten. Durch den Bau der Autobahn und die dadurch notwendige Änderung der Trassenführung dauerte es bis Anfang 2001, bis die Rechtsverordnung „Naturschutzgebiet Mehlinger Heide“ erlassen werden konnte. Das gesamte Gebiet umfasst ca. 400 ha Land, wobei die reine Heidefläche ca. 140 ha beträgt. Schutzbedürftige Arten wie die Heidelerche, der Ziegenmelker und seltene Insekten ziehen jedes Jahr ebenso viele Besucher an wie der Erhalt der Sandflächen und die Zwergstrauchheide.
Ankunft in der Morgendämmerung
Langsam fahren wir durch den Wald auf einen Parkplatz in der Nähe des jüdischen Friedhofs. Fotorucksäcke aufschultern, Stativ in die Hand und los geht’s! Als wir aus dem Wald auf die Heidefläche hinausgehen, sind wir zuerst sprachlos. Die Wetterbedingungen sind optimal. Es hatte tags zuvor geregnet, der Himmel war wolkenlos, und da die Temperatur nur 7,5 °C betrug, gab es sogar leichten Bodennebel. Da schlägt das Fotografenherz höher! Alex hatte bereits einen Spot erkundet, und wir bauten unsere Ausrüstung auf. Nur etwa 20 Minuten waren wir alleine, bis weitere Fotografen aus allen Richtungen herbeiströmten. Unglaublich, wie die Community drauf ist. Jeder möchte das für ihn beste Foto schießen. Ich hoffe, meine Ausbeute gefällt euch.














