Camp de Mar – Im Rausch der Sinne

Camp de Mar - Im Rausch der Sinne
Blick von unserem Zimmer

Camp de Mar – im Rausch der Sinne

Wo bitte ist Camp de Mar? Die Kenner wissen sofort, dass es sich hier um einen kleinen versteckten Ort an der Südwestküste Mallorcas handelt. Eine kleine Bucht mit kleinem Strand zwischen den Hauptferienorten Peguera und Port d’Andratx, inmitten eines Pinienwaldes gelegen, umrahmt von den Ausläufern des Tramontanagebirges. Die perfekte Urlaubsidylle, wenn man keine kilometerlangen Strände wie auf den Kanaren erwartet oder wie wir an der Ostküste in der Bucht von Alcudia erleben durften. Ohne große Erwartungen steigen wir in den Flieger im Baden Airport und wollen eigentlich nur eines: einen schönen, ruhigen, erholsamen Urlaub mit Zeit für uns, gutem Essen und leckeren Cocktails, die Seele baumeln lassen. Dass wir Camp de Mar – im Rausch der Sinne erleben sollten, war mir an dem Vormittag am Flughafen noch nicht bewusst.

Camp de Mar - Im Rausch der Sinne
Angekommen, abschalten mit Gin Tonic

Was für eine Begrüßung

Nach kurzer Fahrt vom Flughafen nach Camp de Mar wurden wir mit einem Glas Champagner in unserem Hotel begrüßt. Uns gefiel gleich die Art, wie die Anlage in die Landschaft eingepasst wurde. Von den vielen Wegen, Pools, Ruhezonen, Restaurants, und dem Spa-Bereich zu Beginn überfordert, brachte uns unser Concierge endlich in unser Zimmer. Eine Oase mit eigenem Balkon, Dachterrasse und einem wahnsinnigen Panoramablick. Erleichtert fielen wir uns in die Arme und wünschten uns einen schönen Urlaub. Problematisch war jedoch eine Flasche Gin mit viel Tonic Water, die mit frischem Obst und Blumen zur Begrüßung bereitstand. Einem ersten Sinnesrausch am eigenen Plungepool stand nichts im Weg und wir hatten einen umwerfenden Tag, der immer noch ein Lachen und den Satz „Was hatten wir für einen Spaß“ hervorruft. Nur so viel: Nicht nur die Sinne waren berauscht.

Erkundung der Umgebung

Nach dem Frühstück sind wir gleich aufgebrochen in die kleine Bucht von Camp de Mar an den kleinen, übersichtlichen Strand, wo ich es nicht erwarten konnte, ins Wasser zu gehen. Camp de Mar – im Rausch der Sinne gleich zu Beginn, brauchte eine Abkühlung. Aber mein Gott, war das Wasser kalt, glasklar, aber höchstens 16 Grad. Ich war schneller draußen als drinnen. Das Thema Baden im Meer war somit schnell erledigt, denn der Pool war um einiges wärmer. Wir bummelten am Strand und der Promenade entlang, bis meine Frau eine kleine Gruppe von spielenden Delfinen in der Bucht entdeckte. Einer sprang auch mal aus dem Wasser, während man von den anderen nur die Rückenflossen zu sehen bekam. Viele Spaziergänger beobachteten das Treiben der Tiere, aber zum Fotografieren waren sie zu weit weg. Am Ende der Promenade führt eine steile Treppe hinauf in den kleinen Ort. Im Ort selbst geht es sehr ruhig zu und es sind nicht viele Touristen unterwegs. Zurück im Hotel haben wir uns auf unsere Dachterrasse zurückgezogen und das Leben genossen.

Ein Wetterumschwung kündigt sich an

Da für die nächsten zwei Tage Regen und Sturm gemeldet sind, verbringen wir diesen Tag am und im Wasser und auf der Liege. Einfach entspannen, leckere Snacks und Cocktails genießen. Das Highlight am Abend war im italienischen Restaurant das Rinderfilet in Pistazienkruste mit Spargel. Gemeinsam mit der Vor- und Nachspeise und einer guten Flasche Wein, die das alles abrundete, gönnten wir uns sogar noch einen Absacker in der Bar. Alles in allem ein erholsamer Tag für unsere Seelen – leider nicht für die Hüften.

Einen Tag zum Ausblenden

Wenn man wieder ein Jahr älter wird, so geht es mir, wird man nicht immer gern daran erinnert. Schön, dass viele Menschen an mich denken und mir ihre Glückwünsche übermitteln. Ich freue mich, dass es uns gut geht und wir und unsere Familie gesund sind. Jeden Tag, den ich gemeinsam unbeschwert mit meiner Frau verbringen darf, ist ein Geschenk und auf dieses Geschenk bin ich besonders verrückt. Zum Frühstück mussten wir schon den Regenschirm mitnehmen und auch eine Jacke tragen. Die Temperatur hat sich merklich abgekühlt und der Wind machte es dann nur noch ungemütlicher. Die Wanderung durch den Pinienwald nach Port Andratx haben wir dann gestrichen und sind mit dem Taxi direkt zum Hafen und der Altstadt gefahren.

Port d'Andratx
Fischer gibt es hier auch noch

Port d’Andratx

Aus dem kleinen Fischerort, den ich vor über 40 Jahren zum ersten Mal besucht hatte, ist mittlerweile ein mondäner, nobler Ort geworden, was unschwer an den vielen Luxusyachten vor Anker und den noblen Boutiquen in der Altstadt zu erkennen ist. Trotzdem hat Port Andratx immer noch einen gewissen Reiz und Charme. Das Wetter könnte etwas besser sein. Bei einem erneuten Schauer flüchten wir uns zufällig in das traditionsreiche Familienunternehmen La Consigna im Hafen von Port d’Andratx. La Consigna vereint Bäckerei, Konditorei und Café und wird bereits in vierter Generation geführt. Direkt an der Uferpromenade gelegen, bietet die Terrasse einen erstklassigen Blick auf den Yachthafen und das maritime Treiben. Besonders geschätzt wird es für sein frisches, hausgemachtes Gebäck wie z. B. Ensaimadas. Gestärkt bummelten wir mit dem Schirm noch durch die Altstadt und fuhren dann wieder ins Hotel zurück, wo wir zum Abendessen im Steakhouse verwöhnt wurden.

Trotzdem noch gewandert

Am zweiten Regentag verspürte ich immer noch Bewegungsdrang und machte mich alleine auf zur weiteren Umgebung von Camp de Mar. Zwischen den zum Teil wunderschönen Villen, in denen auch viele Deutsche leben (unschwer an den deutschen KFZ-Kennzeichen zu erkennen), fand ich einen steilen Weg hinunter zum wilden Strand. Dort hielt ich mich einige Zeit auf, bevor ich wieder auf die Straße zum Ende des Caps zurückkehrte. Dabei fiel mir immer wieder ein Turm auf der Spitze des Caps auf und als ich das Schild zum Torre de Cap Andritxol sah, wusste ich, dass ich dem Weg hinauf folgen musste.

Hinauf zum Torre de Cap Andritxol

Der Aufstieg war nicht gerade einfach, denn er führte durch Schotter, Felsen und Wurzeln. Aber oben angekommen wird man mit einem spektakulären Panoramablick über die Bucht von Camp de Mar, Peguera und bei guter Sicht bis nach Santa Ponça und zu den Malgrats-Inseln belohnt. Der historische Wachturm wurde zwischen 1580 und 1582 erbaut und war Teil eines inselweiten Verteidigungssystems gegen Piratenangriffe.  Der Turm steht etwa 180 Meter über dem Meeresspiegel. Er ist zylinderförmig und hat am Boden keinen Eingang – die Wächter gelangten früher nur über eine Strickleiter in etwa vier Metern Höhe ins Innere. Während des Abstiegs setzte wieder Nieselregen ein, aber als ich im Hotel meine Frau auf der Terrasse sitzen sah, waren die Strapazen der letzten 2 Stunden verflogen. Am Abend verwöhnte uns der Italiener mit einem Trüffelrisotto mit Hummer.

Schon wieder vorbei

Nach dem Absacker ging es im Zimmer daran, die ersten Sachen zu packen, denn der Kurztrip nach Camp de Mar – im Rausch der Sinne – war schon wieder vorbei.

Es war schön, wir hatten so viel Spaß, eine gute Zeit mit- und füreinander und wir konnten über uns selbst lachen.

 

2 Antworten

  • Guten Morgen Manfred,
    und wieder einmal traumhafte Bilder und ein toller Reisebericht – das bist du !!!
    Definitiv eine schöne Seite von Malle –

    lieber Gruß
    Ulrike

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