Nur Glück – zwischen Dauerlandunter und Corona

Dauerlandunter vor der Anreise

Was bedeutet es für mich zu sagen: „Nur Glück – zwischen Dauerlandunter und Corona“ ? Die ersten Wochen im Februar auf Langeneß stehen im Zeichen von Dauerlandunter. Beim täglichen Blick auf die Wetterdaten und die zur Verfügung stehenden Webcams bekam man nur Wasser zu Gesicht. Die Angst, ob wir überhaupt anreisen können, stieg von Tag zu Tag. Alina vom Tourismusbüro beschloss das Ende von Landunter 3 Tage vor unserer Ankunft. Und…das Wetter schlug tatsächlich um. Was für ein Glück verspürten wir beim Packen. Endlich wieder zur Hallig, unseren Freunden, Ruhe und Erholung, einfach Seele baumeln lassen.

Als kurz vor Kassel uns eine Nachricht auf dem Handy erreichte, verfinsterte sich die Miene meiner Frau gewaltig. Ich kann die Worte : „Die Hallig ist schon wieder vollgelaufen.“ nicht vergessen. Umdrehen, zurückfahren, eine Option – aber die Schlechteste. Die Fähren sollten trotzdem fahren und so fuhren wir weiter. Die Fahrt brachten wir ohne Staus, aber trotzdem mit einer inneren Spannung über das Ungewisse hinter uns und kamen bereits 1,5 Stunden vor Abfahrt der Fähre in Schlüttsiel an. Der Beginn der Corona-Krise war auf den Straßen bereits spürbar – erheblich weniger Sonntagstouristen unterwegs.

Am Fähranleger und stürmische Überfahrt

Die Hilligenley lief mit der Flut im Hafen von Schlüttsiel ein. Wasserstand mehr als einen halben Meter über Normal. Michael, der Kapitän, beruhigte uns und sagte, dass wir allerdings im Gasthaus Hilligenley übernachten müssen. Die Straßen und Wiesen sind noch geflutet und wir werden wohl erst am nächsten Tag nach Anker’s Hörn umziehen können. Unserem Hund war dies erst mal shit egol und sie genoss es am Deich entlang herumzutoben. Schließlich weiß sie genau, wo sie ist. Einfach nur Glück – auch für unsere Emmely.

Für die handvoll angereisten Gäste, die auf Hilligenley fest saßen, hat Günther – ja tatsächlich unser Günther – und sein Team, Zimmer vorbereitet und die Küche erwartete bereits unsere Bestellung. Es herrschte eine steife Brise als ich mit dem Hund die letzte Runde drehte. Das Wasser stand gleich ab dem Kinderspielplatz auf der Straße.

Sicher angekommen zu sein, von Günther begrüßt zu werden, zufrieden und satt, schliefen wir schon relativ früh ein. Ich denke mit einem fröhlichen Grinsen im Gesicht „Nur Glück – zwischen Dauerlandunter und Corona“.

Nur Glück – Ankunft auf Anker’s Hörn

Gleich nach dem Aufstehen fuhren wir auf den jetzt freien Straßen zur Mayenswarf. Die Sonne war am Horizont aufgegangen, versprach uns das Ende des Dauerlandunter und schönes Wetter. So machte das Frühstück auf Anker’s Hörn erst recht Spaß. Nach dem Bezug unseres Zimmers wollten wir alle nur noch raus und dieses Glück einfach nur genießen…

Die nächsten Tage…

sind geprägt von Besuchen und Gespräche mit Freunden und auch Gästen im Hotel. Ängste vor dem Ungewissen und dem schlecht kalkulierbaren Virus Corona begleiten uns täglich. Trotzdem versuchen wir jede freie Minute in dem tollen Wetter draußen zu verbringen. Unser altes Mädchen Emmely verblüfft uns mit einem Spaziergang von 7 km (was für 12 Jahre und 4 kleine Beinchen noch eine mords Leistung ist). In der Ruhe und Abgeschiedenheit der Halligwelt wird uns unser Glück bewusst: Uns zu haben, gesund zu sein, gesunde Kinder und Enkel, Freunde die unser Leben bereichern und dieses Glück auch in vollen Zügen genießen zu können. Wir versuchen nicht an unsere Rückkehr zu denken und was in den nächsten Monaten auf uns alle zukommen wird.

Die Fotos lasse ich erst einmal unkommentiert wirken (damit auch meine Fans mal wieder was zum anschauen haben).

Abreise in die Ungewissheit

Diese 1 Woche Anfang März verging wie immer im Flug und mit der letzten Fähre – bevor sie die Route nach Pellworm wechselte – verließen wir wieder traurig „unsere Hallig“. Nach einer Woche zuhause, begannen die Einschränkungen im öffentlichen und sozialen Leben durch die Infektionsgefahr mit dem Corona Virus. Das hat mich zu dem Titel „Nur Glück – zwischen Dauerlandunter und Corona“ bewogen. Ich verspüre ein großes Gefühl der Dankbarkeit und wünsche uns allen Gesundheit.

Anmerkung:
Die Lan­des­re­gie­rung Schles­wig-Hol­stein hat am Sonn­tag (15.03.) be­schlos­sen, die schles­wig-hol­stei­ni­schen In­seln und Hal­li­gen an Nord- und Ost­see ab Mon­tag (16.03.2020), 06:00 Uhr, für Tou­ris­ten ab­zu­rie­geln.
Die Verfügung gilt bis zum 19. April 2020. Eine Ver­län­ge­rung ist mög­lich. Nach neuesten Meldungen bleiben die Reisebeschränkungen bis mindestens 04. Mai 2020 bestehen

2 Antworten

  • Oh wie schön, ihr habt es in diesem Frühjahr tatsächlich noch vor der Sperrung der Inseln und Halligen nach Langeneß geschafft. Ja, da hattet ihr Glück zwischen Dauer-Landunter und Corona. Danke für die schönen Fotos, die mein Hallig-Weh aber kaum lindern können.

    • Hallo Bea,
      ja wir hatten richtig Glück und wir können Dein Halligweh nur zu gut verstehen. Ich denke aber dass Du es dieses Jahr auch noch schaffst – vielleicht trifft man sich. Pass auf Dich auf und bleib gesund.
      Manfred

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