Ein Stück zurück in die Normalität

Torüch int normal leven – Ein Stück zurück in die Normalität

Torüch int normal leven – Ein Stück zurück in die Normalität! Warum wähle ich so einen Titel ? Zuerst bitte ich mir mein plattdütsch zu verzeihen und zweitens schreit der Titel die aufgestaute Sehnsucht während der Pandemie heraus. Müde geworden, müde durch das gebetsmühlenartige Wiederholen der Worte Pandemie, Corona, Inzidenzen, Covid, Ausgangssperren etc. in den Medien. Wir achten auf die Regeln und merken dabei nicht, wie unser soziales Leben stetig nach unten fährt. Uns dürstet es nach Kontakten mit Freunden und Bekannten, Luftveränderung oder auch nur mal wieder gemütlich Essen gehen zu können. Ich denke es geht fast Jedem von uns so. Unser regelmäßiger Besuch auf der Hallig Langeness Ende Februar fiel dem inländischen Reise- und Beherbergungsverbots zum Opfer. Den Aufenthalt Ende Mai sahen wir auch schon im Sumpf versinken, wäre da nicht das Modellprojekt Nordfriesland ausgerufen worden. Von der Hallig Langeness meldeten sich spontan 5 Betriebe die Gäste unter den erschwerten Bedingungen beherbergen wollten. Was für ein Glück, dass unsere Vermieter auch dabei waren auf dem Weg „Torüch int normal leven“. Aber was heißt denn schon „Ein Stück zurück in die Normalität“ ? Zu jeglichem Opfer bereit – ständige Tests, Essen im Restaurant im Außenbereich oder ToGo – fuhren wir am Pfingstmontag gen Norden. In unseren geliebten Norden und ins kühle, windige Wetter. Völlig untypisch für Ende Mai aber gut für die Allergie.

Dürfen wir etwas zurück ins normale Leben

Über den Deich am Fähranleger in Schlüttsiel und da lag sie vor uns: Unsere Nordsee, unsere Halligen und unsere lieben Freunde – Endlich ! Tief die frische Luft einatmen und die Windjacke überziehen. Auch unsere mitlerweile fast blinde und taube Emmely reckte die Nase in den Wind und wusste wo sie war – in Urlaub. Ob wir wenigstens ein Stück zurück in die Normalität finden würden wird sich noch zeigen.
Die ersten Tage waren wetterbedingt wie russisch Roulette – kaum unterwegs, regnete es aus Kübeln oder tröpfelte nur so vor sich hin. Da bot es sich an Freunde zu besuchen und an regengeschützten Stellen Neuigkeiten auszutauschen und das ein oder andere Bierchen zu zischen.
Der Sommer lässt auf sich warten…

….aber er nimmt dann doch die ersten Anläufe

Nach den ersten 3 stürmisch und regnerischen Tagen startete der Sommer einen Versuch. Sogleich wechselte ich in kurze Hosen und holte mir auf einer 12 km langen Wanderung den ersten Sonnenbrand für dieses Jahr. Mit den Einschränkungen hatten wir uns schnell arrangiert, wobei es einen riesen Unterschied macht, dass leckere Essen aus dem Restaurant in der Ferienwohnung zu sich zu nehmen. Das Ambiente, die netten Gespräche – das fehlte ! Aber unsere lieben Geister im Service taten alles um uns das Gefühl unter Freunden zu sein auch so zu vermitteln. Und soll ich Euch was sagen? Zuerst muss ich mich revidieren, denn unser langjähriger Freund, Günther Schilling, Bürgermeister der Rixwarft und King of Kiosk, ist immer noch auf Langeness. Alle treffen sich bei Günther, da die Möglichkeiten eben sehr eingeschränkt waren, weil er so überaus nett und seine Fischbrötchen einfach sagenhaft sind. Wenigstens bei ihm gibt es noch Normalität.

Toll, im Herbst ist er auch noch da !

Die bereits erwähnte Wanderung

führte mich von Treuberg bis hoch zu Tadenswarft über die Schule und Honkenswarft nach Ketelswarft, wo ich nach einer Stärkung den Weg zurück nach Norderhörn einschlug.

Der Sonnenbrand hielt mich keineswegs davon ab noch am Leuchtturm auf einer Lahnung den Sonnenuntergang zu erleben – ein Muss.

Die ersten Lockerungen…

haben dazu geführt, dass das Gasthaus Hilligenley wieder öffnete und dort auch fremde Gäste in einem separaten Raum bewirtet wurden. Auch ein allgemeines Testzentrum wurde eröffnet wo es uns jetzt möglich war, zu jeder Zeit kostenlos getestet zu werden. Aber das Wetter wurde so schön, dass wir abends auf der Terasse zu Abend gegessen haben

Die Abendstimmungen waren fantastisch anzusehen.

…und schon sind 14 Tage wie im Flug vorbei

Man kann und man will es nicht wahrhaben, wie schnell die Zeit vergeht – kaum angekommen muss man schon wieder abreisen. Die Erholung hat uns Dreien mehr als gut getan und die Freude auf eine baldige Rückkehr, nahm dem Abschied die Bitterkeit. Torüch int normal leven hat am Ende für uns zwei Bedeutungen: Zurück in immer mehr Freiheit, da die Infektionen zurückgehen aber auch wieder zurück ins Alltagsleben.

Ein Dank an all unsere Freunde auf der Hallig und die netten Gäste, die wir neu kennenlernem durften. Ihr habt uns gut getan.

Zum Schluss noch ein paar letzte Eindrücke von Langeneß

 

4 Antworten

    • Liebe Żaneta,
      freut mich sehr, dass Dir meine Fotos gefallen. Wir freuen uns schon riesig Euch
      alle bald wieder zu treffen.
      Gruß Manfred

  • Hi Manfred! Komme jetzt erst dazu auf Deine wunderschönen Photos und die so treffenden begleitenden Worte zu reagieren. Inzwischen habe ich sie 3x gelesen und die Bilder mehrfach genossen!!! Kann Dir in allem nur zustimmen: Langeneß ist und bleibt unser Paradies! Auch wir haben unseren 1. Urlaub auf der Hallig mit „Leib&Seele“ genossen!!! Leider können wir Ende August nicht kommen: Frerk ist komplett ausgebucht und wir erwarten auch noch Familienzuwachs! Liebe Grüße, auch an Karina und vielen Dank für Deinen wunderbaren Artikel, Jutta

    • Liebe Jutta,
      hab vielen Dank für Deine netten Worte. Schade dass es dieses Jahr mit dem Wiedersehen nicht mehr klappt.
      Mal sehen was 2022 bringt.
      Habt eine gute Zeit und bleibt gesund.
      Gruß Manfred

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