Unser Herz schlägt für Langeneß
Nach einem ereignisreichen und traurigen Jahr seit unserem letzten Besuch auf Hallig Langeneß, fahren wir in der Nacht zum Samstag in der Ungewissheit, was uns erwartet, gen Norden. Wird es uns immer noch so gefallen, obwohl mittlerweile so viele liebe Menschen dort verstorben sind? Menschen, die durch ihr Herz und ihren Charakter die Hallig „ausgemacht“ haben, sind nicht mehr da und auch die durch Personalmangel zugenommenen Störungen in der Gastronomie könnten die Urlaubsfreuden schmälern. Sind wir dem Wattenmeer verfallen und schlägt unser Herz noch für Langeneß?
Die Fahrt durch die Nacht verläuft relativ störungs- und problemfrei, sodass wir am frühen Samstagmorgen noch Zeit für ein ausgiebiges Frühstück hinter Hamburg haben. Frisch gestärkt fliegen die letzten Kilometer an uns vorrüber und es bleibt noch Zeit für Einkäufe in Breklum in unserem Edeka und bei der Metzgerei Kinsky. Als wir über die Deichkrone bei Schüttsiel fahren, gehen unsere Herzen auf – die Halligwelt und das Wattenmeer liegen vor uns. Das Nachhausekommen-Gefühl ist so stark wie es war und wir spüren, unser Herz schlägt für Langeneß.
Nach der Hitze Abkühlung im Norden
Temperaturen ständig zwischen 35 und 40 Grad, dazu der trocken heiße Wind, der das letzte Wasser aus dem Boden zieht, war in den letzten Wochen bei uns schon mehr als anstrengend. Der Wasserverbrauch, nicht nur für den Garten, sondern auch für uns, ist rasant angestiegen. Umso erholsamer ist es schon unterwegs auf der Fahrt an der Raststätte, Temperaturen knapp an die 20 Grad zu spüren. Außerdem war es überall auch viel „grüner“ als zuhause und der Mais steht in voller Größe, während bei uns die Pflanzen bei 1 m das Wachstum eingestellt haben.
Jetzt heben die frische Luft und der kühle Wind auf der Fähre die Stimmung und die Freude auf die Ankunft. Von der Besatzung und Halligbewohnern auf der Fähre erfahren wir die latest News und die neuesten Gerüchte und stellen mit einem lachenden und einem weinenden Auge fest, dass sich eigentlich nichts verändert hat. Aber wir sind nicht deswegen hier, sondern freuen uns auf unsere Freunde, die Ruhe und Faszination der Landschaft. Viele Menschen haben bei uns um die Ecke ihr Herz in Heidelberg verloren, wir unseres auf Langeneß gefunden.
Ralph der Bayer im Kiosk
Das Programm „Hand für Koje“ ist ja seit Jahren auf Hallig Hooge sehr erfolgreich. Günthers Nachfolgerin Nadine muss leider aus gesundheitlichen Gründen einige Zeit pausieren. So hat man dem Programm „Hand für Koje“ auch auf Langeneß eine Chance gegeben. Und das war, wie es sich herausgestellt hat, ein voller Erfolg. Ralph, ein urechter Bayer, schmeißt den Kiosk auf Rixwarft, wie wir es noch von Günther kennen. Seine Freundlichkeit, sein beherzter Umgang mit Gästen und Bewohnern haben ihm viele Freunde gemacht und wir hoffen, dass wir ihn wiedersehen werden. Es ist also selbstverständlich, ihm täglich einen Besuch abzustatten und für etwas Umsatz zu sorgen. Zuerst aber nehmen wir am 7. Halligfrühstück teil, essen wie üblich zu viel, treffen viele Bewohner und den ein oder anderen Stammgast seit Jahren einmal wieder. Nicht nur dabei, sondern gleich wieder mittendrin.
Tage der Ruhe und des Wanderns
Bloß keinen Stress – lautet unsere Devise, als wir nach Mitternacht zuhause losfahren. Also schlafen wir etwas länger, frühstücken etwas gemütlicher und laufen oft weiter, wie es unseren Füßen guttut. Eigentlich kein Stress, sondern Erholung pur. Oft lasse ich sogar den Foto in der Ferienwohnung, weil ich nicht immer in der Stimmung fürs Fotografieren bin. Lieber mit meiner Frau Gespräche führen, Blödsinn machen und auch unseren Köpfen mal wieder kindliche Freiheit schenken.
Das tut so gut – das tut uns gut. Gerade auch, weil die letzten Wochen und Monate in vielerlei Hinsicht traurig und stressig waren. Die Faxen richtig dick hatten wir in einem Regenschauer, der uns etwa 1 km vor Ketelswarf bis auf die Unterwäsche durchnässte. Im Café angekommen musste ich bei unserer „Zuckerschnute“ Virginia erst mal ein Handtuch bestellen. In der restlichen Zeit konnten wir den Regenschauern aus dem Weg gehen und genossen die Sonne auf unseren Touren über und rund um die Hallig.
Wir kommen wieder
An Weihnachten schon wird uns die Hallig wieder in ihren Bann ziehen. Hoffentlich erleben wir Sonne, Sturm und Landunter. Vielleicht auch Schnee, wer weiß das schon bei diesen Wetterkapriolen. Ich denke, mit meinen Fotos werde ich vielleicht wieder einige begeistern. Wenige werden spüren und verstehen, wieso unser Herz für Langeneß schlägt. Bleibt gesund.































































