Wieder im Bann der Algarve

Wieder im Bann der Algarve

Wieder im Bann der Algarve
Faszination Algarve

Wieder im Bann der Algarve

Flughafen Frankfurt, Samstag, Mittagszeit beim Einchecken. Eine Woche Algarve wartet auf uns. Vor drei Jahren hat uns diese Landschaft so begeistert, dass wir unseren Hochzeitstag dort verbringen wollen. Bei unserem letzten Besuch in Portimão im Herbst erlebten wir die portugiesische Atlantikküste. Das Wetter war damals sehr unterschiedlich, da wir sowohl Sturm als auch Windstille und Regen durchlebten. Auch das Baden bei blauem Himmel war möglich, weil oft die Sonne schien. Aber erst einmal müssen wir uns durch die Schlangen vor der Security kämpfen, da am Flughafen viel los ist. Es sind ja auch noch Pfingstferien, sodass sich der Start um fast 20 Minuten verzögert. Aber endlich sind wir am letzten Gate angekommen, wo wir nun einsteigen dürfen. Als wir auf unseren Plätzen sitzen, freuen wir uns riesig auf diesen Urlaub, weil wir wieder im Bann der Algarve gefangen werden wollen.

Ankommen, wo wir schon waren

Gleich an der Rezeption konnte man sich an uns erinnern, was uns sehr freute. Das Team fand es toll, dass wir dieses Hotel erneut wählten. Auspacken können wir später, denn zuerst gehen wir auf die Terrasse. Wir wollen das Meer sehen, obwohl wir auch die Promenade besuchen möchten.
Danach zieht es uns auf die Promenade, wo die vielen Strandbuden stehen. Hand in Hand oder eng umschlungen gehen wir glücklich entlang, bis wir in einer Bude einkehren. Dort genießen wir einen Begrüßungscocktail, während wir auf das Meer blicken. Der Atlantik, die Farben und das Leuchten der Felsen war das Besondere mit dem uns die Algarve in ihren Bann gezogen hat.
Unser Motto für jeden Tag war ein Trinkspruch, der lautete: „Lass uns einen schönen Urlaub haben!“ Und es sollte auch so kommen, wie wir es uns gewünscht hatten.
Kurz vor Mittsommer herrschen andere Lichtverhältnisse, sodass wir keinen Sonnenball im Meer versinken sehen. Außerdem fällt uns ein großes, schwarzes Rohr auf, welches über den gesamten Strand verläuft. Durch ein Loch im Fels führt es direkt auf die hinteren Strände.
Auf Nachfrage erklären uns Einheimische, dass Sand vom Praia da Rocha auf die westlichen Strände gepumpt wird. Das stört mein fotografisches Auge sehr, sodass ich die Tage über viel beschäftigt war, nach Perspektiven zu suchen, wo das schwarze Rohr nicht zu sehen ist. Das tut unserer Begeisterung keinen Abbruch, denn die Felsstrukturen sind einfach wunderschön. Es ist wie eintauchen in eine völlig andere Welt.

Lange Spaziergänge und Baden in den Wellen

Je weiter wir vom Hauptstrand nach Westen laufen, desto ruhiger wird es, sodass wir stellenweise sogar allein sind. Die Farben der Felsformationen ziehen uns in ihren Bann, während meine Frau mich plötzlich überrascht. Zu meiner großen Verwunderung äußert sie die Absicht, dass sie noch in diesem Urlaub mit dem Schnellboot fahren möchte. Die Fahrt soll die Küste entlang Richtung Albufeira gehen, worauf ich mich schon freue.
Jetzt ist aber erst einmal Relaxen angesagt, weil die Temperaturen uns direkt ins Wasser locken. Wir spielen nicht in den Wellen, sondern die Wellen spielen eher mit uns. Oft verlieren wir die Orientierung, wenn ein Brecher über uns rollt und uns mitnimmt. Aber es macht sehr viel Spaß, sodass die Zeit wie im Flug vergeht.
Am Abend lassen wir die Erlebnisse des Tages Revue passieren, während wir gemütlich auf dem Balkon sitzen. Bei einem Glas portugiesischem Rotwein wird uns bewußt, dass wir wieder einmal alles richtig gemacht haben.

Entspannter Start auf dem Rio Arade

Der Motor brummt gemütlich, als unser wendiges Schlauchboot die Marina von Portimão verlässt. Wir gleiten zunächst ganz entspannt über den Fluss Arade, während Backbord das majestätische Forte de São João do Arade vorbeizieht. Es thront wie eine alte Burg über dem Wasser, sodass es sehr beeindruckend wirkt.
Wir genießen die ruhige Fahrt, während wir auf die wunderschöne Küstenlandschaft blicken. Der Skipper steuert uns sicher Richtung Flussmündung, indem er das Boot zwischen den zwei kleinen Leuchttürmen hindurchmanövriert. Erst als wir das offene Meer erreichen, nimmt das Boot richtig Fahrt auf.
Die salzige Gischt spritzt hoch und der Fahrtwind setzt ein, sodass der echte Adrenalinkick auf dem Atlantik beginnt. Das Strahlen in den Augen meiner Frau zeigt mir, dass die anfängliche Angst purem Spaß gewichen ist.
Gleich links oben auf den Felsen thront der majestätische Leuchtturm Farol da Ponta do Altar. Vor uns liegt eine ständig wechselnde Landschaft, die aus steilen Felswänden, Grotten, Höhlen und versteckten Stränden besteht.
Gleich am Praia do Torrado nimmt der Kapitän Gas weg, damit wir ruhig durch die Felsen gleiten können. Wir fahren zwischen dem Strand und dem mächtigen Felsen Leixão das Gaivotas hindurch. Der Strand ist nur bei Ebbe erreichbar, falls man nicht den Nachbarstrand Praia dos Caneiros nutzt. Ganz Mutige können auch an einem Seil herabsteigen, aber nach einem kurzen Stopp nimmt das Boot wieder Fahrt auf.

Die Schönheit der Küste vom Wasser aus

Man kann den Bann der Algarve noch besser verstehen, wenn man auf dem Wasser dahingleitet. Die Strände Praia da Afurada und Praia do Mato sind leer, sodass jeder von uns gerne dort wäre. So könnte man in trauter Zweisamkeit die Natur genießen, weil es dort so friedlich ist.
Unser Skipper drosselt das Tempo, damit er das schmale Schlauchboot geschickt ganz nah an die Felsen steuern kann. Wir passieren den Algar Seco, bevor wir die beeindruckenden Felsformationen am Praia da Grilheria erreichen. Spalten und Grotten sind nur per Boot erreichbar, was auch für den Strand gilt.
Direkt nach dem Strand von Praia do Vale de Lapa fahren wir in eine Höhle. Diese besitzt eine Öffnung nach oben, wie es bei so vielen anderen Höhlen der Fall ist. Die Formation Ponta da Cama da Vaca beeindruckt alle Passagiere, da auch der gleichnamige Strand dahinter wunderschön ist.
Das freut natürlich auch unseren Guide, weil er auf ein gutes Trinkgeld hofft. Ein Postkartenmotiv folgt dem nächsten, sodass die Praia dos Três Castelos besonders beeindruckend wirkt. Das Kreuzen zwischen den Felsen macht viel Spaß, aber mein Finger auf dem Auslöser bekommt langsam Muskelkater.

Carvoeiro: Vom Piratennest zum Touristenmagnet

Um den nächsten Fels herum öffnet sich der Blick auf eine Bucht,  deren Hängen dicht bebaut sind. Die Gebäude von Carvoeiro ziehen sich rechts und links hinauf, was einen fantastischen Anblick bietet.
Schon 1544 schätzten Piraten diese Bucht als Versteck, woraufhin seit dieser Zeit Fischer in diesem Dorf lebten. Erst mit dem Massentourismus Ende der sechziger Jahre wurde der Ort zum Touristenmagnet, obwohl er seinen Charme behielt. Er ist besonders bei Familien beliebt, weil er sehr vielseitig ist.
Der Ort hat sich auch im Golf- und Wassersport einen Namen gemacht, sodass viele Sportler dorthin kommen. Im Gebiet um den Ort liegen fünf Sandstrände, die alle per Fußweg oberhalb der Klippen erreichbar sind. Die bedeutendsten Strände von Carvoeiro liegen von Westen nach Osten, damit man sie leicht nacheinander ablaufen kann. Es sind die Strände Praia Vale de Lapa, Praia Paraíso sowie der Praia do Carvoeiro. Es folgen die Buchten Praia Covo, Praia Centianes, Praia Carvalho, Praia Benagil und Praia da Marinha.
Sieben Kilometer östlich befindet sich noch die Badebucht Praia da Albandeira, während vier Kilometer westlich der Strand Praia Caneiros liegt.

Magische Höhlenwelten

Unser Skipper drosselt erneut das Tempo, damit er das schmale Schlauchboot geschickt an die Felsen des Algar Seco steuert. Mit jeder neuen Bucht tun sich Landschaften auf, die wir bisher nur von Fotos kannten.
Manche Strände sind nur vom Wasser her erreichbar, während andere schöne Landschaften einfach an uns vorbeirauschen. Ab und zu stoppt unser Kapitän, weil er gemütlich in eine Grotte tuckern möchte. Danach nimmt er aber wieder volle Fahrt auf.
Dann folgt das absolute Highlight, denn wir erreichen die berühmte Benagil-Höhle. Leider dürfen wir nicht hineinfahren, weil die Polizei mit Tauchern noch mit einer Bergungsaktion beschäftigt ist. Vor ein paar Tagen war ein Boot in der Höhle gekentert, wobei es leider auch Verletzte gab.
Wir fahren dicht an den Eingang heran, sodass wir die Polizeitaucher bei der Arbeit sehen können. Das Sonnenlicht fällt durch das Loch in der Decke, aber das bleibt heute den Kajakfahrern vorbehalten. Ihnen ist der Besuch der Höhle nämlich noch erlaubt. Sieht man die große Zahl der Kajakfahrer stellt man schnell fest dass noch viel mehr im Bann der Algarve gefangen sind.

Das Paradies im Blick

Mit einem Aufheulen des Motors nehmen wir wieder Fahrt auf, während wir an bizarren Felsbögen vorbeigleiten. Es sind die „Arcos de Marinha“, bis wir schließlich unser Ziel am Praia da Marinha erreichen. Die monumentalen Klippen stehen wie gelbe Wächter im Meer, weil das Wasser hier glasklar und tiefblau ist.
Vom wilden Ritt im Schlauchboot geht es zum stillen Staunen, sodass dieser Kontrast einfach überwältigend wirkt. Wir schauen von unserem Logenplatz auf dieses Postkartenmotiv und wissen genau, dass wir diesen Tag niemals vergessen werden.
Mit Vollgas geht es wieder zurück nach Portimão, wo wir die Erlebnisse auf der Hotelterrasse verarbeiten. Bei einer Margarita wird uns eines klar: Wir stehen noch tiefer im Bann der Algarve und wir kommen wieder.

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